Invaliditätszahlungen

Neben der Unfallrente gehören Invaliditätszahlungen zum Kernstück einer privaten Unfallversicherung. Wo die Unfallrente den Ausfall des monatlichen Einkommens auffangen soll, ist es die Aufgabe der Invaliditätszahlungen, einen Ausgleich für die eingeschränkte Erwerbsmöglichkeit zu schaffen und vor allem für den Verlust der Gesundheit bzw. von Körperteilen zu entschädigen. Eine Invalidität liegt vor, wenn die geistige und/oder körperliche Leistungsfähigkeit durch eine körperliche Verletzung dauerhaft eingeschränkt ist. Invalide Menschen sind demnach stark eingeschränkt bzw. sogar außerstande bestimmte alltägliche Dinge zu verrichten, die eine gesunde Person jederzeit problemlos ausführen könnte.

Kommt es durch einen Unfall zum Schaden und somit zum Eintritt einer Invalidität, muss die Versicherung eine Invaliditätszahlung gemäß des abgeschlossenen Vertrages an die versicherte, verunglückte Person zahlen. Oftmals wird bereits ab einem Invaliditätsgrad von 1 % eine Invaliditätsleistung gewährt.

Invaliditätszahlungen werden generell in einem Betrag an die versicherte Person ausgezahlt. Berechnungsgrundlage für die Höhe der Invaliditätsleistung ist die sogenannte Versicherungssumme als Grundsumme und der vorliegende, sich aus dem Unfall ergebende Invaliditätsgrad. Der gesundheitliche, dauerhafte Schaden, der sich durch einen Unfall ergeben hat, muss je nach Versicherungsanbieter innerhalb von 12 bis 18 Monaten eintreten. Die somit vorliegende Invalidität muss ärztlich bestätigt werden, damit es zur Zahlung der Invaliditätsleistung kommen kann.

Die abzusichernde Invaliditätssumme sollte sich möglichst nach den Einkünften der zu versichernden Person richten. Es ist ratsam, mindestens eine Summe in Höhe des 3-fachen Jahresbruttogehaltes bzw. der jährlichen Einnahmen abzusichern. Für bestimmte Arten von Schäden und Verletzungen existieren feststehende Invaliditätsgrade. Der einzelne Invaliditätsgrad ergibt sich aus der nachstehenden Gliedertaxe und ist abhängig vom Verlust bzw. der Funktionsunfähigkeit bestimmter Körperteile oder Organe:

- 1 Auge = 50 % Invaliditätsgrad
- beide Augen 100 %
- Geruchssinn 10 %
- Geschmackssinn 5 %
- Hand 55 %
- Daumen 20 %
- Zeigefinger 10 %
- andere Finger jeweils 5 %
- Bein über der Mitte des Oberschenkels 70 %
- Bein bis zur Mitte des Oberschenkels 60 %
- Bein bis unterhalb des Knies 50 %
- Bein bis zur Mitte des Unterschenkels 45 %
- Gehör auf einem Ohr 30 %
- Gehör auf beiden Ohren 60 %
- Arm (im Schultergelenk) 70 %
- Arm bis oberhalb des Ellenbogengelenkes 65 %
- Arm bis unterhalb des Ellenbogengelenkes 60 %
- Fuß (im Fußgelenk) 40 %
- große Zehe 5 %
- andere Zehe 2 %

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