Tagegeld

Das Tagegeld wird prinzipiell für jeden Tag gezahlt, an dem der/die Versicherungsnehmer/in aufgrund der Folgen eines Unfalls in seiner/ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, sich in ärztlicher Behandlung befindet und somit keine Arbeitsleistung für den eigenen Unterhalt erbracht werden kann und ein Verdienstausfall eintritt. Die Höhe des Tagegeldes ist abhängig vom Grad der entsprechenden gesundheitlichen Beeinträchtigung. Insofern soll das Tagegeld dazu dienen, den durch den gesundheitlichen Schaden entstandenen Einkommensverlust wenigstens anteilig oder sogar nahezu zu decken.
Solange sich die versicherte Person in ärztlicher Behandlung befindet, wird Tagegeld gezahlt – maximal allerdings für 1 Jahr. Die Unterbringung in einem Sanatorium bzw. einer Kureinrichtung zählt nicht dazu.

Bei der privaten Unfallversicherung wird grundsätzlich zwischen 2 Arten von Tagegeld unterschieden: dem Krankenhaustagegeld und der Tagegeldversicherung. Das Krankenhaustagegeld wird für jeden Tag der gesamten Dauer des notwendigen stationären Aufenthaltes in einem Krankenhaus gezahlt, längstens für den Zeitraum von 2 bis 5 Jahren; dies ist vom jeweiligen Versicherungsunternehmen abhängig.
Im Gegenzug zahlt die private Unfallversicherung bei einer Tagegeldversicherung auch dann, wenn die versicherte, verunglückte Person aufgrund eines Unfalls zwar arbeitsunfähig und somit krank ist, jedoch nicht zur Genesung im Krankenhaus bleiben muss, sondern es ausreicht, sich zu Hause auszukurieren. Ein wichtiger Hinweis für alle Arbeitnehmerinnen: Tagegeld kann für diesen Personenkreis erst ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit beantragt werden, wenn die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall endet.

In Kombination mit dem Krankenhaustagegeld kann ein sogenanntes Genesungsgeld versichert werden. Dieses Genesungsgeld soll die zusätzlichen Kosten während der erholungsbedingten Zeit, die nicht mehr im Krankenhaus verbracht werden muss, ganz oder wenigstens teilweise abdecken. Genesungsgeld wird ebenfalls für jeden Tag der Gesundung gezahlt, meistens für die gleiche Anzahl von Tagen, für die auch Krankenhaustagegeld geleistet wurde, längstens jedoch für 100 Kalendertage. Der Genesungsgeldanspruch entsteht mit der Krankenhausentlassung und endet spätestens mit der Gesundschreibung durch einen Arzt.

Die private Unfallversicherung kann erst dann Leistungen aufgrund eines Unfallschadens zahlen, wenn nach Abschluss aller Behandlungen (beispielsweise Krankenhaus, Reha, Kur) ein bestimmter Invaliditätsgrad ärztlich festgestellt worden ist. Je nach Situation kann dies bis zu einem Jahr und länger andauern. Um bereits während dieser Zeit in den Genuss von Geldleistungen zur finanziellen Absicherung bzw. zum Überbrücken zu gelangen, kann eine Übergangsleistung im Sinne eines Übergangsgeldes abgeschlossen werden.

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