Unfallrente

Sollte durch den Eintritt eines Unfalls eine Einschränkung der körperlichen und bzw. oder geistigen Leistungsfähigkeit (man spricht diesbezüglich von der sogenannten Invalidität) von mindestens 50 % eintreten, zahlt die private Unfallversicherung eine vorab im Vertrag vereinbarte, festgeschriebene monatliche Unfallrente an die verunglückte versicherte Person.

Der Umfang der monatlichen Zahlung ist hierbei von der Höhe der Invalidität abhängig. Liegt nach einem Unfall eine dauernde Invalidität von 50 % vor, wird die vertraglich verbriefte Unfallrente lebenslang bis zum Todeseintritt gezahlt. Bei Vorhandensein einer Schwerstinvalidität durch einen Unfallschaden wird – je nach vorliegendem Invaliditätsgrad und individuellem Vertragsabschluss bzw. versicherter Summe – ebenfalls bis zum Tode sogar eine bis zur dreifachen Höhe reichende Rente gezahlt.

Obwohl die Unfallrente bei Eintritt eines Schadens lebenslang gezahlt wird und die Zahlung nicht von bestimmten unterschiedlichen Gefahrengruppen abhängig gemacht wird, existieren trotzdem Ausschlüsse. Das bedeutet, es gibt auch bei der privaten Unfallversicherung mehrere fest definierte Ausschlüsse, bei deren Vorliegen der Versicherungsschutz nicht eintritt.

Zu diesen Ausschlüssen zählen die nachfolgend aufgeführten Sachverhalte:
Unfälle, die sich aufgrund von Geistes- oder Bewusstseinstörungen ergeben, zählen vordergründig zu den Ausschlüssen. Als Beispiele hierfür können genannt werden: Schlag- und Krampfanfälle, epileptische Anfälle, Trunkenheit, Rauschmittelkonsum. Beim Genuss von Alkohol in üblichen, nicht maßlosen Mengen, gibt es jedoch Ausnahmen. Diese variieren je nach Versicherungsanbieter und betroffenem Personenkreis (zum Beispiel Autofahrer, Fahrradfahrer, Fußgänger).

Unfälle, die sich als Folge von vorsätzlich versuchten oder auch tatsächlich ausgeführten Straftaten bzw. jeder anderen rechtswidrigen Handlung ereignet haben, unterliegen ebenfalls nicht dem Unfallversicherungsschutz. Kriegsgeschehnisse jeglicher Art sind ebenfalls nicht Bestandteil eines versicherbaren Unfallrisikos. Als Ausnahme hiervon gilt jedoch, wenn ein Urlauber von solchen Geschehnissen überrascht wird. Das Gleiche gilt bei auftretenden Schäden infolge eines Flugzeuganschlages.

Der Versicherungsschutz für Führer von Luftfahrzeugen und Luftsportgeräten sowie für Besatzungsmitglieder dieser Maschinen ist bei Unfällen mit Luftfahrzeugen ebenfalls ausgenommen. Analog trifft dieser Umstand auch für Insassen von Raumfahrzeugen zu. Zu den Ausschlüssen zählen auch Unfälle, die sich bei der Teilnahme an motorisierten Rennveranstaltungen zutragen, bei denen es um die Erreichung von Höchstgeschwindigkeiten geht. Ist unmittelbar oder mittelbar ein Schaden aufgrund eines Unfalls im Bereich der Kernenergie eingetreten, unterliegt dieser ebenfalls nicht dem Versicherungsschutz einer privaten Unfallversicherung.

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