Wann zahlt die UV?

Grundsätzlich zahlt die private Unfallversicherung – wie der Name es vermuten lässt – nur, wenn ein Unfall geschehen ist, der für die versicherte Person einen gesundheitlichen Schaden mit sich gebracht oder nach sich gezogen hat. Demnach fallen alle normalen Krankheiten bzw. Erkrankungen nicht unter den Versicherungsschutz der privaten Unfallversicherung. Grenzwertig und immer einer Einzelfallüberprüfung unterzogen werden müssen Unfälle mit Verletzungen aufgrund erhöhter Kraftanstrengungen an Gliedmaßen und Wirbelsäule.

Allerdings gibt es auch bei Vorliegen eines Unfalls mit verursachten körperlichen und / oder geistigen Schäden Ausnahmen, bei denen kein Versicherungsschutz besteht. Zu diesen sogenannten Gewährleistungsausschlüssen zählen zum Beispiel:

  • Unfälle durch Geistes- oder Bewusstseinsstörung, epileptische Anfälle, Schlag- und Krampfanfälle, Trunkenheit, Rauschmittelgenuss
  • Unfälle während des Versuches oder der direkten Ausübung einer vorsätzlichen Straftat
  • Unfälle, die in Zusammenhang mit Kriegs- oder Bürgerkriegsgeschehnissen einhergehen und Unfälle, die durch Landesinnere Unruhen verursacht werden, wenn die versicherte Person auf der Seite der Unruhestifter steht
  • Unfälle, die der versicherten Person als Führer, Fahrer, Beifahrer oder Insasse eines Luftfahrzeuges, Luftsportgerätes oder Raumfahrzeuges zustoßen
  • Unfälle, die der versicherten Person als Führer, Fahrer, Beifahrer oder Insasse eines motorisierten Fahrzeugs zustoßen, bei denen es um Höchstgeschwindigkeitserreichung geht
  • Unfälle, die durch Kernenergie mittelbar bzw. unmittelbar verursacht wurden.



Die Voraussetzungen für den Eintritt des Schutzes einer privaten Unfallversicherung liegen vor, wenn eine Invalidität aufgrund eines Unfalls innerhalb eines Jahres nach dem Unfallgeschehen eintritt und dies innerhalb weiterer 3 Monate ärztlich bestätigt wird. Darüber hinaus muss der somit entstandene Anspruch rechtzeitig, das heißt spätestens 15 Monate nach dem Unfalleintritt, gegenüber dem entsprechenden Versicherungsunternehmen geltend gemacht werden. Liegen alle notwenigen Voraussetzungen und die entsprechenden Dokumente vor, erfolgt die Leistung der Unfallversicherung in Form einer einmaligen Zahlung oder monatlichen Rente. Bei sogenannten Todesfallleistungen zahlt die Versicherung selbstverständlich an die Hinterbliebenen.

Zusätzlich abgeschlossene bzw. vereinbarte Leistungen wie zum Beispiel Tagegeld, Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, Bergungskosten, Zahnersatzkosten, Reha-Maßnahmen, Kurkostenbeihilfe usw. muss der Versicherungsträger innerhalb eines Monates anerkennen und danach innerhalb von 2 Wochen auszahlen. Bei sogenannten Übergangsleistungen muss die Versicherung bereits nach 3 bzw. 6 Monaten die Leistungen in der versicherten Höhe erbringen.

Da jede Versicherung ihre eigenen Bestimmungen und Klauseln besitzt, können verbindliche Informationen nur den jeweiligen Versicherungsbedingungen entnommen werden.

MediKompass.de