Was ist ein Unfall?

Im §1 der Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen (AUB) wird der Begriff Unfall folgendermaßen definiert: “Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.“ Als Unfall gilt auch, wenn durch eine erhöhte Kraftanstrengung an Gliedmaßen oder Wirbelsäule ein Gelenk verrenkt wird oder Muskeln, Sehnen, Bänder oder Kapseln gezerrt oder zerrissen werden.

Die in dieser formulierten Definition verwendeten – oftmals unbestimmten – (Rechts-) Begriffe sollen nachstehend für eine bessere Verständlichkeit näher erläutert werden.

Das Wort “plötzlich” bezieht sich auf den zeitlichen Horizont. Somit sind Schäden, die erst im Laufe einer bestimmten Zeitspanne, also schrittweise bzw. sukzessiv entstehen bzw. entstanden sind, von den Leistungen der privaten Unfallversicherung ausgeschlossen. Das Nachweisen einer eintretenden Plötzlichkeit gestaltet sich je nach Situation mitunter äußerst schwierig. Erwähnenswert scheint auch der Umstand, dass zwar Schäden abgedeckt sind, die durch einen plötzlichen Unfall entstanden sind, Folgeschäden, die sich eventuell noch ergeben können, jedoch nicht.

Das Ereignis, welches zur Schädigung der versicherten Person führt, muss von außen auf den Körper einwirken. Dies bedeutet, dass die Einwirkung mechanisch, elektrisch, chemisch, thermisch oder in anderer Art und Weise erfolgen kann.

Auch eigene Bewegungen, die ein schädigendes Ereignis nach sich ziehen, können unter den Schutz der privaten Unfallversicherung fallen. Dies jedoch nur, wenn eine äußere Einwirkung stattgefunden hat (zum Beispiel: die versicherte Person läuft auf dem Gehsteig und stolpert über eine unbefestigte, uneben angebrachte Bodenplatte und verstaucht sich den Knöchel). Es gibt jedoch diesbezüglich auch Unfälle, die keinen Versicherungsschutz genießen, zum Beispiel auftretende Verletzung beim Festziehen einer Schraube oder auch Halten einer Leiter. Um demnach festzustellen, ob durch die Eigenbewegung ein Unfall im Sinne der allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen vorliegt, muss jeder Einzelfall individuell betrachtet und geprüft werden.

Eine unfreiwillige Gesundheitsschädigung liegt vor, wenn der Unfall nicht vorsätzlich herbeigeführt wurde. Insofern ist auch ein fahrlässiger Unfall mitversichert. Selbstverstümmelungen, Selbstmordversuche und Selbstmord sind jedoch freiwillig zugeführt Schäden und fallen somit nicht unter den Schutz der Unfallversicherung. Vorgänge, die sich im Inneren des Körpers abspielen und durch Anstrengung zu Schäden führen, sind grundsätzlich nicht versichert. Ausnahmen hiervon können so genannte erhöhte Kraftanstrengungen sein.

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