Mehrleistungstarife

Unfälle begleiten uns jeden Tag. Auf dem Weg zur Arbeit, in der Arbeit und auf dem Weg nach Hause sind wir von Gefahren umgeben. Selbst zu Hause in den vertrauten vier Wänden lauern die verschiedensten Gefahren. Rutschige Fliesen im Bad, oder ein unbedachter Moment, in welchem man anstatt der sicheren Leiter einen wackeligen Stuhl verwendet, um schnell einen Karton dem obersten Fach des Schrankes zu entnehmen. Dann genügt nur noch eine kleine Unachtsamkeit und schon ist der Unfall passiert.

In den meisten Fällen enden Unfälle mit ein paar kleinen Verletzungen, welche nach kürzester Zeit wieder abgeheilt sind. Doch nicht immer gehen Unfälle derart glücklich aus. Mehrwöchige Krankenhausaufenthalte und längere Arbeitsunfähigkeit sind nichts Außergewöhnliches. Besonders schlimm ist es dann, wenn das Unfallopfer mit bleibenden Schäden konfrontiert ist. Je nach Grad der bleibenden Invalidität ist auch mit dem Verlust der Arbeit und dem Einkommen zu rechnen. Um diese zu kompensieren, bedarf es einer privaten Unfallversicherung. Für einen Invaliditätsgrad von bis zu 25 Prozent macht es keinen Unterschied, ob sich der Versicherungsnehmer für einen linearen, progressiven oder Mehrleistungstarif entscheidet. In jeder der drei Varianten entspricht der Prozentsatz der Zahlung dem Grad der Invalidität. Erst bei einem Grad der Invalidität von mehr als 25 Prozent machen sich die Unterschiede bemerkbar.

Da bei zunehmendem Grad an Invalidität gleichzeitig mit dem Einkommensverlust auch die Ausgaben für unfallbedingte Maßnahmen steigen, reicht das lineare Modell nicht aus, um die sichere Finanzierung zu gewährleisten. Umbauten, um die Wohnung oder das Haus rollstuhlgerecht zu gestalten, sind besonders kostenintensiv. Um für derartige Fälle vorzusorgen, eignet sich neben dem progressiven Tarif auch der Mehrleistungstarif. Bei Unfallversicherungen mit Mehrleistungstarif wird wie bei jeder anderen Unfallversicherung eine Kapitalsumme vertraglich vereinbart. Das Besondere an diesem Vertragsmodell liegt in der Verdoppelung der Kapitalsumme, sobald ein bestimmter Grad der Invalidität erreicht ist.

So kann beispielsweise ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent die vertragliche Kapitalsumme verdoppelt werden. Dem steht eine weitere Steigerung der Kapitalsumme mit zunehmender Invalidität nichts entgegen. Je nach Versicherungsgesellschaft werden private Unfallversicherungen mit Mehrleistungstarifen in unterschiedlichen Formen angeboten. Selbstverständlich führt wie bei der progressiven Unfallversicherung auch bei diesem Modell die Steigerung der Kapitalsumme zu einem Prämienaufschlag.

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