Risikogruppen

Die Höhe der zu leistenden Prämien hängt nicht nur vom vertraglich vereinbaren Leistungsumfang der Versicherung im Versicherungsfalle ab, sondern auch von der Gefährlichkeit, welcher sich der Versicherungsnehmer in Beruf und Freizeit aussetzt. Als Grundlage dient eine Einteilung in verschiedene Risiko- bzw. Gefahrengruppen. Diese Risikogruppen werden grundsätzlich in zwei großen Gruppen, welche als Risikogruppen A und B bezeichnet werden, geteilt.

Die Gruppe A enthält Versicherungsnehmer, welche durch ihre beruflichen oder freizeitlichen Tätigkeiten nur einem geringen Risiko für Gesundheit und Leben ausgesetzt sind. Darunter fallen z. B. kaufmännische Berufe, akademische Berufe, handwerkliche Berufe mit geringem Risiko wie Uhrmacher, Apotheker, Journalist usw. Frauen werden grundsätzlich dieser Gruppe zugeordnet.

Die Gruppe B hingegen enthält Versicherungsnehmer, welche aufgrund ihrer beruflichen oder freizeitlichen Tätigkeiten einem hohen Risiko für Gesundheit und Leben ausgesetzt sind. Dazu zählen handwerkliche Berufe wie Bauarbeiter, Bergarbeiter, Schlosser, Tischler oder Landwirt. Auch Berufe wie Polizist, Soldat oder Feuerwehrmann fallen in diese Kategorie. Daneben gelten Freizeitaktivitäten wie Tauchen oder Bergklettern als gefährliche Tätigkeiten.

Extremsportarten wie Höhlentauchen oder Fallschirmspringen sind in der Regel von keiner der beiden Risikogruppen erfasst und daher vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Eine weitere Gruppe gibt es für Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. In der Regel folgen die Versicherungsunternehmen dieser Einteilung und bemessen danach die Höhe der Prämien. Die Gruppe für minderjährige Kinder verfügt über einen eigenen Tarif. Die Zuordnung eines Versicherungsnehmers zu einer der Risikogruppen ist jedoch schwierig und eine klare Abgrenzung sehr schwer möglich. Entspricht die Tätigkeit eines Versicherungsnehmers der Risikogruppen A und B, kommen die Prämien der Risikogruppe B zu tragen.

Die Auflistung kann jedoch nur einen groben Überblick bieten. Manche Versicherungen zeigen sich bezüglich mancher Berufe oder Freizeitaktivitäten tolerant und gewähren die günstigeren Prämien der Risikogruppe A, weshalb aus dieser Sicht ein genauer Vergleich der Offerte ratsam ist.

Besteht bereits ein Vertrag über eine private Unfallversicherung, müssen nachträgliche Veränderungen bezüglich der Zuteilung zur Risikogruppe umgehend der Versicherung bekannt gegeben werden, damit der Vertrag den wahren Verhältnissen angepasst werden kann. Widrigenfalls droht im Versicherungsfall dem Versicherungsnehmer der Verlust der Versicherungsleistung. Dies ist etwa bei Aufnahme einer gefährlichen Tätigkeit wie Tauchen oder das Ausüben eines gefährlichen Berufes wie Feuerwehrmann der Fall.